Ausstellung

Tiffany Chung

Ein archäologisches Projekt zum künftigen Gedenken
13.11.2018 bis 5.5.2019

Tiffany Chung gräbt in Ruinen und Brachen, um Dinge ans Licht zu fördern: Kinderschuhe, Fensterrahmen, Kacheln und dergleichen mehr. Die Grabungsstätte der Künstlerin heißt ThủThiêm, ist ein altes Stadtviertel und liegt in Saigon (Vietnam).

Die Dinge, auf die Chung bei ihrer archäologischen Forschung stösst, sind keine besonderen Objekte. Es sind eher banale Zeugen eines gelebten Alltags, der zwar vergangen ist, der in den Dingen jedoch nachklingt wie der Ton bei einem Musikinstrument. Und so erzählen die Objekte von der Präsenz der französischen Kolonialmacht in Indochina ebenso wie vom sentimentalen Wert einer Reisschale aus Porzellan.

ThủThiêm war ein lebendiges Viertel, ein urbaner Organismus, der überschrieben wurde – mit einem Masterplan, einer optimistischen Rundumerneuerung des städtischen Raumes, die keinen Stein auf dem anderen lässt und die soziale Textur zerreisst. Diesem Masterplan, der tabula rasa macht und Geschichte auslöscht, begegnet die Künstlerin mit einem anderen Plan: einer künstlerischen Kartografie der zugleich seelischen und historischen Dimensionen eines Ortes.

„Ein archäologisches Projekt zum künftigen Gedenken“ ist die erste Museumsausstellung der vietnamesisch-amerikanischen Künstlerin Tiffany Chung in Europa.

 

Titelbild: Werkdetail von Tiffany Chung, Fort du Nord-Plan du terrain millitaire (Saigon, 26 août 1891), Acryl, Tinte und Öl auf Pergament und Papier, 27,3 x 30 cm, 2016. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Tyler Rollins Fine Art, New York.