Ausstellung

Mobile Welten

oder Ein Museum für unsere transkulturelle Gegenwart
13.4.2018 bis 14.10.2018 | Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Eine moderne Gesellschaft lebt am Schnittpunkt zahlreicher Waren- und Migrationsströme und bildet zwangsläufig eine transkulturelle Ordnung der Dinge aus. Im Rahmen dieses prekären Gemenges verbinden, überlagern oder stören sich Formen unterschiedlichster Herkunft. Manche Dinge – das Kruzifix, das Kopftuch oder einige deutsche Automarken – eignen sich zur Verstärkung kollektiver Identitäten oder provozieren, als Kehrseite der Medaille, vehemente Abwehrreaktionen. Daneben gibt es bedeutungsoffene Formen, die sich auf vielfältige Weise aneignen und umarbeiten lassen: Melodien, Speisen, Sportarten oder Mode.

Zudem umfasst materielle Kultur eine große Zahl von Gebrauchsgegenständen, deren transkulturelle Herkunft selten bedacht, geschweige denn explizit wahrgenommen wird – wie Porzellan, Teppiche, Lackwaren, Parfum oder Shampoo. Dieses Alltäglich-Zuhandene schmuggelt sich in die Lebenswelten, wobei es diese unbemerkt umkrempelt. Somit bezeugt die transkulturelle Gegenwart der Dinge nicht nur verschiedenste Wahrnehmungs- , Denk- und Handlungsweisen, sondern prägt diese auch mit.

Das mehrjährige Forschungsprojekt Mobile Welten ist eine Kooperation zwischen dem Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg, der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), der Goethe-Universität in Frankfurt a.M. sowie der Erich Kästner-Schule in Hamburg-Farmsen und geht diesen Verflechtungen in drei Teilprojekten nach:

  1. Das transkulturelle Museum
  2. Der Alltag als Ausstellung
  3. Die Migration häuslicher Dinguniversen

Zum Auftakt des Forschungsprojekts findet am 6. Oktober 2016 die Konferenz Das transkulturelle Klassenzimmer statt.

Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg von April bis Oktober 2018 unternimmt eine Intervention in die Sammlung des Museums. Sie ist sie ein Versuch, traditionelle Denkmuster und Museumsstrukturen zu lösen und das transkulturelle Gewordensein der Dinge und ihrer Bedeutung in unserer Gesellschaft offenzulegen. Die Kuratoren des MKG erweitern dieses Unterfangen in Form von Satelliten in die Sammlungsbereiche hinein.
Die Ausstellung im Zentrum des Hauses verknüpft Dinge, Texte und Bilder wie in einer dreidimensionalen Collage performativ miteinander. Auf diese Weise scheinen die historischen Bewegungskurven und gesellschaftliche Zusammenhänge auf, ohne dass die rund 80 einzelnen Exponate auf eine einzige Bedeutung oder Lesart festgeschrieben werden.

 

Weitere Informationen unter http://mobile-welten.org