Themengespräch

Making Comparisons that Matter

Global Art History and the Challenge of Taste
15.7.2018 | EN

Chika Okeke-Agulu (Professor for African and African Diaspora Art, Princeton University) im Gespräch mit Roger M. Buergel

Wie immer man dazu steht, ist der westliche Kanon der Künste zerfallen. Das modernistische Erbe wurde in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend erweitert und muss neu begriffen werden. Es umfasst heute Künstler_innen, Medien und formelle Ansätze, deren Besonderheit in ihrem historischen Bezug zu Indien, China, Südamerika oder dem afrikanischen Kontinent liegt. Diese Revision des Modernismus wirkt zurück auf die Künste der Vergangenheit: Bronzeskulpturen aus Benin-City lassen sich nicht mehr als ethnologische Artefakte abtun, sondern stehen auf einer Stufe mit den besten Werken Rodins oder Michelangelos. Doch auch wenn wir bereit sind, Kunstwerke als gleichwertig zu behandeln, sollten wir uns fragen, ob das westliche Kunstverständnis Werken gerecht werden kann, die unter ganz eigenen Bedingungen entstanden sind und ohne, dass ihre Schöpfer_innen einen Begriff von „Kunst“ hatten? Kurz gesagt, wie lassen sich sinnvolle Vergleiche ziehen zwischen persischen Manuskripten, mauretanischen Perlen, japanischen Lackarbeiten, peruanische Textilien, deutschen Holzschnitten und Schweizer Stickerei?

Themengespräch im Rahmen der Ausstellung L’Afrique des Colliers: Marie-José Crespin. Die Teilnahme ist im regulären Eintrittspreis inbegriffen. Das Gespräch findet in englischer Sprache statt.